Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie | 2026

Eröffnung, Preisverleihung: Samstag, 30. Mai 2026, 16 Uhr
Laudatio: Peter Zawrel

Ausstellungsdauer: 31. Mai – 28. Juni 2026 Öffnungszeiten: Sa, So, Feiertag 14 – 18 Uhr

FLUSS zeigt eine Ausstellung mit Arbeiten des Preisträgers Nikolaus Korab, sowie Arbeiten der Finalist:innen Werner Feiersinger, Katharina Gruzei und Trude Lukacsek.

Nikolaus Korab
1963 in Wien geboren. 1982 Matura, an­schließend Besuch der Graphischen Lehr‐und Versuchsanstalt und der Filmakade­mie Wien; 1986 – 1989 Kameraassistenz im Film bei Walter Kindler und Wolfgang Hackl. 1998 – 2005 Lehrauftrag an der Universität für Angewandte Kunst, Wien (Meisterklasse Prof. Adolf Frohner). 2009 – 2014 Lehrauftrag an der Kunstschule Wien. Seit 2014 Workshops an der New Design University, St. Pölten. Seit 2020 Mitglied des Künstlerhauses, Wien. 1980 Beginn mit Fotografie (SW-Kleinbild + Mittelformat 6 x 6). 1991 Beginn mit Großbildfotografie 4 x 5 inch. 2006 Beginn mit Großbildfotografie 8 x 10 inch. Seit 1987 Auseinandersetzung mit dem Me­dium Buch als Thema der Fotografie. Lebt und arbeitet freischaffend in Wien und Niederösterreich. www.nikolauskorab.com

Werner Feiersinger beschäftigt sich seit vie­len Jahren mit Gebäuden der Moderne. Seine Fotografien durchlaufen wie seine Skulpturen einen Transformationsprozess, reflektieren die bildhauerische Arbeit und bilden gleich­zeitig deren Gegenpart. In Feiersingers Foto­grafien steht nicht das Dokumentarische im Vordergrund, sondern die Betrachtung des Motivs aus seiner spezifischen Perspektive: auf die expressiv-skulpturalen Qualitäten der Bauwerke, Volumen, Körper, Strukturen, Ma­terialien, Oberflächen und deren Verhältnisse zueinander.

„Arbeit“ ist ein wiederkehrendes Thema in den Werken der Künstlerin Katharina Gruzei. In ihren Bildern verwandelt die Künstlerin die vorgefundene Arbeitswelt in teils schwerelos wirkende und an Science-Fiction erinnernde Szenarien. Sie zeigt wie die Arbeiterkörper und das Werkstück im Fertigungsprozess miteinander verschmel­zen. Die Körper der Arbeiter werden pro­thesenhaft durch Technologie ergänzt und so zum Verhandlungsort für die stets ak­tuellen Diskurse um die Veränderung von Arbeit. Die Schutzkleidung der Arbeiter er­innert an die Verwundbarkeit des mensch­lichen Körpers und damit an die Fantasie, die Arbeit von Maschinen, Robotern und zukünftig von Cyborgs verrichten zu lassen.

Trude Lukacsek geht es in ihrer fotografischen Arbeit um Spurensuche und Materialität, um Verbindungen und Räume. Sie kombiniert in ihrem Werk Äs­thetik, Narration, Kulturhistorie und Ethnographie. Sie stellt Gegenstände des öffentlichen Raumes in einen Zusammenhang, zeigt ihre Be­deutungsebenen auf und gibt ihnen eine Geschichtlichkeit. Die fotografische Recherchetä­tigkeit Lukacseks dokumentiert Alltägliches an verschiedensten Orten Europas, wobei Parallelen und Einzigartigkeiten der Objek­te sichtbar werden.

Jurybegründung

Die Jurymitglieder – Nela Eggenberger, Kulturmanagerin und Gründungsherausgeberin von P.IN.E.A Periodical, Alexandra Schantl, Leiterin der Sammlung Kunst nach 1960 in den Landessammlungen Niederösterreich, Fritz Simak, Vertreter der Erbengemeinschaft, Kunsthistoriker und Fotograf, Peter Zawrel, Autor und Kunsthistoriker – haben dem Fotografen
Nikolaus Korab mit folgender Begründung den Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie 2026 zuerkannt:

Der zweite Elfriede-Mejchar-Preis geht an einen Künstler, der uns – die wir bereits in einem weit fortgeschrittenen digitalen Zeitalter leben – durch die konsequente Handhabung der analogen Großbildkamera daran erinnert, was ‚Photographie‘ in ihrem ursprünglichen Sinn ist, nämlich zeichnen (griechisch gráphein) mit Licht (griechisch phōs). Trotz aller späterer Verzweigungen im Œuvre der Namensgeberin des zu vergebenden Preises lag dieses Verständnis über viele Jahrzehnte ihrem Schaffen prägend zugrunde.
Nikolaus Korab macht das Licht zum eigentlichen Thema des fotografischen Bildes, ohne die Abbildfunktion der Fotografie aufzugeben. In seinen Porträts von Menschen, Architekturen und Räumen gewinnen Licht und Schatten von der tiefsten Dunkelheit bis zur schärfsten Helligkeit eine geradezu haptische Qualität. Immer führt das Gezeigte über den Bildrand hinaus in einen Raum der Imagination.
Korab wurde an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt zum Fotografen ausgebildet, studierte aber auch an der Wiener Filmakademie das Fach Kamera, wo es darum geht, einen konkreten dreidimensionalen Raum in einen optischen zweidimensionalen umzuwandeln, in dem sich die Handlung entfaltet. Mit der äußersten Reduktion und Konzentration der Bildelemente erzeugt Korab eine zeitlose Wirkung seiner Fotografien, die man als klassisch bezeichnen könnte. Aber nicht im Sinne von ‚alt‘, im Mustergültigen erstarrt, sondern im Sinne einer Unabhängigkeit von Zeit und Raum, Bedeutung und Wissen. Was wir sehen, bedarf keiner Erklärung; es ist uns unmittelbar zugänglich.